„…obwohl wir uns denke ich alle einig sind, dass das ja niemals ein Instrument spielen ersetzt“
Handlungsleitende Wissensbestände von Lehrkräften in Bezug auf Digitalisierungsprozesse im Musikunterricht
DOI:
https://doi.org/10.62563/bem.v18i1.272Schlagworte:
Digitalisierung, Musikpädagogik, Dokumentarische Methode, Lehrkräfteperspektiven, Erfahrungsraum MusikunterrichtAbstract
Der Beitrag nimmt explizite wie implizite Wissensbestände von Musiklehrkräften zur Digitalisierung in den Blick und analysiert deren Bedeutung für das professionelle Handeln im Musikunterricht. Die empirische Basis bilden dokumentarische Interpretationen von Gruppendiskussionen aus dem Projekt COMeARTS. Drei schulformübergreifend geteilte Orientierungsmuster konnten rekonstruiert werden: (1) das iPad als Nicht-Instrument, (2) Teilhabe durch Digitalisierung sowie (3) Unerfahrenheit im Umgang mit digitalen Musiktechnologien. Ihr Verhältnis wird über ein Dreiecksmodell veranschaulicht, das differenzierte Einsichten in den modus operandi der Herstellung von Wissen und Praktiken eines digitalisierungsbezogenen Musikunterrichts ermöglicht. Die Rekonstruktionen zeigen, wie kommunikative Orientierungschemata und konjunktive Orientierungsrahmen das Sprechen über unterrichtliche Praxis strukturieren. Dabei auftretende Inkonsistenzen im Verhältnis von Norm und Handlungspraxis einerseits sowie zwischen unterschiedlichen normativen Ordnungen andererseits lassen Rückschlüsse auf die Praxis selbst zu. Damit liefert die Studie eine empirisch fundierte Grundlage für die reflexive Weiterentwicklung musikpädagogischer Professionalisierung im digitalen Wandel.
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